Tarifkommission stellt Forderungen für NRW auf
20. September 2016
Andreas Rech (226 articles)
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Tarifkommission stellt Forderungen für NRW auf

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

am Donnerstag, dem 15.9. hat in Düsseldorf die Tarifkommission des Wach- und Sicherheitsgewerbes Nordrhein-Westfalen getagt.
Zum 31.12.2016 enden die Laufzeiten des Lohn- und Gehaltstarifvertrags, sowie des Manteltarifvertrags in NRW. Die Tarifkommission hatte also zunächst einmal darüber zu entscheiden, ob beide Tarifverträge ordentlich gekündigt werden und wir in Neuverhandlungen einsteigen.

Die Beschäftigten bestimmen die Forderungen

Es ist natürlich nicht einfach, zwei Tarifverträge gleichzeitig zu verhandeln, aber eure Stimmen gaben den Ausschlag. Wir hatten ja mehrere Wochen hier auf wasi-nrw.de eine Umfrage laufen, bei der ihr alle die Möglichkeit hattet, euch zu beteiligen und eure Vorstellungen an die Tarifkommission heranzutragen. Klar ist natürlich, dass dringend eine Lohnerhöhung fällig ist. Aber ihr habt auch deutlich gemacht, dass es durchaus Themen gibt, die im Manteltarifvertrag geregelt sind und die ihr anpacken wollt.

Die Beteiligung an dieser Umfrage hat uns positiv überrascht. Das ist ein gutes Zeichen. Allerdings waren wir auch etwas überrascht, dass an der Onlineumfrage, die ja offen für jeden war, deutlich überwiegend Gewerkschaftsmitglieder teilgenommen haben. Bedeutet das jetzt, dass die vielen Nicht-Mitglieder, die sich hätten beteiligen können, dies aber nicht getan haben, kein Interesse an den Tariflohnerhöhungen haben? Viele Beschäftigte lehnen eine Vertretung durch die Gewerkschaft ab, müssen also ihre Löhne selbst verhandeln, bzw. darauf hoffen, dass der Tarifvertrag allgemeinverbindlich wird.

Eine hohe Beteiligung ist noch kein Garant

Nun darf eine Gewerkschaft tatsächlich nur für ihre Mitglieder verhandeln. Klar ist, dass die Arbeitgeber dieser Branche nicht einen Cent freiwillig herausrücken werden. Das wurde schon in der Vergangenheit deutlich und wird dieses Mal nicht anders sein. Den Satz:“Der Kunde zahlt das nicht…“ kennt wohl jeder. Dieser Satz dient den Arbeitgebern leider als Totschlagargument bei jeder Gelegenheit.
Also fragten wir auch die Bereitschaft ab, für höhere Löhne auch tatsächlich aktiv zu werden und waren positiv überrascht, dass nicht nur an den Flughäfen und kerntechnischen Anlagen eine hohe Bereitschaft für Aktionen bis hin zu Streiks vorhanden ist, sondern auch in der allgemeinen Bewachung immer mehr Kolleginnen und Kollegen offensichtlich die Schnauze voll haben und sich beteiligen wollen.

Aus vielen Stimmen wird eine gemeinsame Forderung

Trotzdem hatte die Tarifkommission die schwierige Aufgabe, aus den Abstimmungsergebnissen, auch unter Berücksichtigung der Durchsetzungsfähigkeit die richtigen Forderungen aufzustellen.
Dabei wurde jede Lohngruppe einzeln betrachtet und jede einzelne Stimme gezählt. Es gab nur wenige Ausreißer, größtenteils schienen die Vorstellungen schon unter Berücksichtigung der eigenen Durchsetzungsfähigkeit abgegeben worden zu sein.
Die Forderungen findet ihr hier auf wasi-nrw.de. Außerdem werden wir hier noch mehr zu den Umfrageergebnissen im Einzelnen veröffentlichen.
Jetzt aber schicken wir eure Forderungen erst mal zum BDSW.

 

forderungen-tarifrunde-2017

Andreas Rech