Betriebsrats-Bashing und Union-Busting
23. Dezember 2019
Andreas Rech (200 articles)
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Betriebsrats-Bashing und Union-Busting

Was haben Kötter, Stölting und KWS gemeinsam? Richtig, allesamt „Big-Player“ und Mitglied im Arbeitgeberverband. Aber das ist hier nicht gemeint. Das macht die Sache höchstens noch trauriger.

In allen 3 Unternehmensgruppen finden wir Fälle von aktiver Betriebsratsverhinderung, Behinderung der Arbeit von Betriebsräten oder dem aktiven Versuch, Gewerkschaftsarbeit zu unterbinden.

Stölting versucht BR-Wahl zu verhindern

Das Unternehmen Stölting gibt viel Geld für Werbung aus, um das Unternehmen nach aussen als „Saubermann“ darzustellen. Hinter den Kulissen sieht es da leider ganz anders aus. Seit geraumer Zeit versuchen Beschäftigte dort einen Betriebsrat zu gründen, der die Interessen der Belegschaft schützt. Geschäftsführer Tangermann, der zuerst seine Mitarbeit zusicherte, ist abgetaucht und reagiert nicht auf Kontaktversuche seitens der Gewerkschaft. Über 20 Versuche der Kontaktaufnahme blieben bislang unbeantwortet. Das Unternehmen antwortet mit massivem Gegendruck bis hin zu Kündigungen. Trotzdem bleiben wir dran…

Prodiac (KWS Gruppe) droht Betriebsrat

Im Bielefelder Unternehmen Prodiac, welches zur KWS Gruppe gehört, droht die Rechtsabteilung inzwischen ganz unverholen sogar den einzelnen Betriebsratsmitgliedern, wenn der Betriebsrat seine Mitbestimmung bei personellen Einzelmaßnahmen wahrnehmen will. Ein Beispiel für die geistigen Ergüsse der Hausjuristin findet ihr hier:

Aber auch hier lässt der Betriebsrat sich das nicht gefallen, gut so!

Trauriger Höhepunkt: Kötter

An den Flughäfen versucht das Unternehmen Kötter sogar Gewerkschaftsarbeit gerichtlich verbieten zu lassen. Özay Tarim, der zuständige Gewerkschaftssekretär soll künftig nicht mehr wie bisher auf die Mißstände dort aufmerksam machen. Aber auch dort steht die Belegschaft geschlossen hinter Özay. Ein Video der Gerichtsverhandlung seht ihr hier:

Alle Fälle haben eines gemeinsam: Einzelne greifen sie an, aber gemeint sind wir alle! Dem treten wir gegenüber mit selbstbewussten, organisierten Belegschaften. Lasst euch das nicht bieten. Auch wenn einige das nicht wahr haben wollen: Auch Sicherheitsbeschäftigte haben Rechte! Schluss mit Willkür und Gutsherrenmanieren! Organisiert euch!

Andreas Rech