Verhandlungsauftakt in NRW am 31.Oktober

19. Oktober 2016 | Von | Kategorie: Leitartikel, Tarifrunde

Es geht los! In NRW beginnen die Tarifverhandlungen am 31. Oktober. Da erfahrungsgemäß an einem Tag keine Einigung zustande kommen wird, wurden mit den Arbeitgebern bereits weitere Termine für den 25. November und für den 14. Dezember vereinbart. Zwischen diesen Terminen finden natürlich Treffen der Tarifkommission statt. Außerdem wird bereits in vielen Betrieben mobilisiert.

Friedenspflicht endet am 31.12.2016

Sollte es nach 3 Verhandlungsrunden kein annehmbares Angebot der Arbeitgeberseite geben, wird der nächste wichtige Termin der 1. Januar sein, denn dann ist die Friedenspflicht beendet.

In der Vergangenheit zeigte sich leider, dass zuwenige Kolleginnen und Kollegen bereit waren, sich aktiv für bessere Tarifverträge einzusetzen. Erst seit 2013 die Kolleginnen und Kollegen an den Verkehrsflughäfen durch einen 4 monatigen Arbeitskampf Bewegung in die Branche gebracht haben, konnten bessere Ergebnisse erzielt werden. Und doch sind wir noch lange nicht da, wo wir hin müssen.

Es geht um Euch

Jetzt geht es darum, diese Branche weiter voranzubringen. Jetzt ist aber auch Zeit, Farbe zu bekennen! Ohne dass sich uns noch mehr Kolleginnen und Kollegen anschliessen, werden wir Schwierigkeiten haben uns durchzusetzen.

Als 2013 tausende Sicherheitsbeschäftigte sich trotz Streikaufrufen nicht an den Streiks beteiligten, bedankten sich die Arbeitgeber in einer öffentlichen Erklärung bei den Beschäftigten, die sich nicht der unverschämten Forderung der Gewerkschaft verdi anschliessen wollten. Damals wurden 2,50 Euro mehr über alle Lohngruppen in der Bewachung gefordert!

Eure Forderungen sind NICHT unverschämt! Sie sind fair und gerecht!

Die Branche hat sich in den letzten Jahren komplett verändert, der Job ist gefährlicher geworden, die Aufgaben komplexer, die Verantwortung größer. Aber die Löhne und Arbeitsbedingungen sind nach wie vor unterirdisch. Davon zeigen sich die Arbeitgeber aber unbeeindruckt. Wertschätzung ist für viele ein Fremdwort!

Viele engagieren sich bereits

Doch auch bei den Beschäftigten hat sich inzwischen einiges verändert. Immer mehr sind mit den augenblicklichen Bedingungen nicht mehr einverstanden. Das zeigte auch die mehrwöchige Umfrage hier auf wasi-nrw.de, bei der ihr euch beteiligen konntet und aus der eure Forderungen für die Tarifrunde entstanden sind.

In vielen Betrieben engagieren sich Kolleginnen und Kollegen inzwischen und überzeugen weitere Beschäftigte, sich in der Gewerkschaft zu organisieren. Das ist mühsam und manchmal auf frustrierend. Deshalb wollen wir genau diese Kolleginnen und Kollegen auch mal belohnen.

Ab sofort startet in NRW unsere große Mitgliederwerbeaktion, bei der erfolgreiche Werber auch mal echte Belohnungen verdienen.

  • Für jede geworbene Person erhältst Du 15,- Euro.
  • Bis 5 geworbene Mitglieder erhältst Du zusätzlich ein Werkzeugset mit Minitaschenlampe.
  • Ab 6 bis 9 Werbungen bekommst Du einmalig einen Coffee-to-go-Becher.
  • Ab 10 Werbungen gibt es ein Powerpack und die Teilnahme an einer „tierisch“ guten Veranstaltung.
  • Unter diesen Werber*innen verlosen wir drei Sonderpreise:
    • 1.Preis: einen LED-TV im Wert von 600,- Euro
    • 2.Preis: ein Tablet-PC im Wert von 400,- Euro
    • 3.Preis ein Smartphone im Wert von 300,- EuroDie Aktion läuft bis zum 31. März 2017
Farbe bekennen! Auf euch kommt es an!

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12 Kommentare auf "Verhandlungsauftakt in NRW am 31.Oktober"

  1. DerKomtur sagt:

    Hallo,

    ich hätte da einmal eine kleine Frage:

    Wieso gibt es keine Forderungen hinsichtlich der Tarifgruppe 5, wieso wird diese Tarifgruppe bei den Forderungen übergangen?

    • Andreas Rech sagt:

      Das wurde an verschiedenen Stellen hier schon geklärt. Natürlich wird diese Tarifgruppe nicht übergangen. Es ist im Flugblatt allerdings nur die LG 5c aufgeführt, das sind die ktas. LG 5a und 5b sind auch 1 Euro gefordert.

  2. Christian sagt:

    Hallo Dorel, Hallo Kollegen/innen.

    Ich würde Dir gerne auf Deinen Beitrag bzgl. Berechnung Urlaub 78er Berechnung aus dem Bereich „Tarifkommission stellt Forderung“ antworten, habe im entsprechenden Thread z.Z. leider nicht die Möglichkeit dort zu antworten.

    In einem Teil schreibst Du: Zitat “ 78 = der Durchschnittswert von einem Arbeitstag“ Wenn ich das richtig verstanden habe ist das leider falsch. Ich glaube die 78 beruhen einfach auf der Tatsache dass es sich hierbei um 78 Tage Arbeit (werktäglich) auf drei Monate verteilt handelt.
    1 Woche = 6 Werktage
    1 Monat = 4 Wochen +2 Tage = 26 Werktage
    3 Monate = 78 Werktage = Faktor zur Berechnung des durchschnittlich verdienten Geldes in den vergangenen drei Monaten.

    Weiter schreibst du : Zitat“ D.h. in unserem Bsp, dass der Ma A tatsächlich 78 Arbeitstage geleistet hat, ergibt sich ein Urlaubstagessatz von 80,83 Euro…und dass der Ma B tatsächlich nur 65 Arbeitstage geleistet hat , ergibt sich ein Urlaubstagessatz von 97,00 Euro…ohne zu vertiefen ist sehr sichtbar wo das Dilemma des Anpassung liegt. Die Differenz 16,17 Euro pro Urlaubstag ist sehr schwer zu erklären und hat keine mathematisches und logische Grundlage und verletzt Leistungs- und Gerechtigkeitsprinzip“
    Auch hier muss ich Dir leider wiedersprechen. Denn genau das Gegenteil ist mMn der Fall. In deinem eigen genannten Beispiel geht ein Ma A 8 Std arbeiten und Ma B 10 Std pro Tag, und genau aus diesem Grund hat mMn auch der Ma B es Verdient mehr pro Urlaubstag zu erhalten. Anders gefragt: Warum hat deiner Meinung nach der Ma der weniger am Tag arbeiten geht es Verdient genausoviel zu Verdienen? Es ist ja der Verdienst pro Tag und nicht pro Std. Die beiden haben zwar den selben Stundenlohn, aber Ma B arbeitet täglich länger. Meinem Rechtsempfinden nach muss er somit auch mehr pro UrlaubsTag bekommen.

    Dein Vorschlag bzgl der 10% Regelung geht zwar in die richtige Richtung, ist aber leider „nur eine in den Raum geworfene Zahl ohne greifbare Verständniss“ (damit meine ich, warum 10 und nicht 9 oder 11? Die Zahl hat keine echte Relevanz),von daher gibt es zumindest für mich persönlich nur eine verständliche Lösung.

    Vorschlag Urlaubsentgeldberechnung
    ! Gesamtbrutto inkl. Zulagen der letzten 3 Monate geteilt durch Anzahl der Sollarbeitstage ( auch Krankheits und Urlaubstage müssen berücksichtigt werden, also so wie man laut Diensteinteilung verplant war) der letzten drei Monate!
    und dies ist auch für Teilzeitmitarbeiter geeignet.

    MfG

    Christian

  3. Fahrer sagt:

    1.In meiner, mit Verdi arbeitenden Sicherheitsfirma aus Essen haben 2013 auch zwei Mitarbeiter mitgestreikt, die nicht gewerkschaftlich organisiert waren. Einer war befristet, einer unbefristet beschäftigt. Beide wurden und sind weiter beschäftigt. Es geht also auch so, obwohl ich die Bedenken
    der Kollegen natürlich teile.

    2.Bei uns gibt es eine Freizeitregelung von 4 freien gewählten Tagen im Monat.
    Das finde ich etwas zu mager bei einem 24 Tage und mehr Monat. Zumal öfter mal ein Tag gestrichen wird.
    5 bis 6 frei gewählte und dann feste Tage wären da schon angemessener.
    Wäre dies tarifvertraglich geregelt, bräuchte man nicht immer zum BR latschen,
    Gelot sei da der öffentliche Dienst.

  4. Longmike sagt:

    Hallo Leute,
    ich habe bei einer Forderung meine Bedenken.

    Meines Wissens nach wird auch verhandelt, ob verdi-Mitglieder prozentual mehr Lohn bekommen sollen und dies im neuen Tarifvertrag dann verankert wird.

    Seid ihr euch im Klaren darüber, dass diese Forderung eventuell einen Arbeitsplatz kosten kann? Dazu mal folgendes Szenario: Mitarbeiter A fängt in einem Unternehmen an, dieses hat wie fast jedes Sicherheitsunternehmen keinen Betriebsrat. Er bekommt einen Zeitvertrag. Nun ist die Probezeit vorbei und der Mitarbeiter geht zu seinem Chef und sagt: Ich will mehr Lohn, weil ich bei verdi bin, steht mir laut Tarifvertag zu. Was meint ihr, was passiert? Eigentlich logisch, oder? Der Chef wird für den Rest der Laufzeit der Vertrages zahlen, muss er ja, aber bei der kleinsten Verfehlung gibt es ne Abmahnung. Und am Ende des Zeitvertrages kommt dann das Ende, ganz einfach.

    Machen wir uns nix vor, die Chefs in der Sicherheitsbranche sind zu 90% abgezockte Geldscheffler, wer sich nun diesen Schuh anzieht, weiß, dass es richtig ist.

    In diesem Sinne überdenkt mal diese Forderung.

    • Andreas Rech sagt:

      Hallo Longmike,

      solche Differenzierungsklauseln sind garnicht so ungewöhnlich und tauchen auch in Tarifverträgen anderer Branchen auf. In der mehrwöchigen Umfrage hier auf wasi-nrw.de wurde dieser Punkt extra abgefragt. Dabei hatten sich 70,9 % der Teilnehmenden für eine solche Regelung ausgesprochen.

      • Longmike sagt:

        Das mag ja durchaus so sein, meine Erfahrungen sagen aber, dass, sobald man sich als Gewerkschaftsmitglied zu erkennen gibt, der Schuss nach hinten losgeht.

        Ich denke mal, die fast 71 % rühren von Mitgliedern her, die einen Festvertrag und schon lange in Unternehmen sind und durch diese prozentuale Erhöhung nur ihren eigenen Stundenlohn bzw. das Gehalt erhöhen wollen.

        Bekanntlicherweise ist jeder sich selbst am Nächsten, und so wird es hier auch sein.

      • Andreas Rech sagt:

        Kurz als Klarstellung, es geht nicht um höheren Lohn, sondern um 3 Tage mehr Urlaub. Ansonsten kann ich deine Argumentation zwar nachvollziehen, aber gleichzeitig räumst du auch den Arbeitgebern einen Freibrief ein, mit befristet Beschäftigten alles machen zu können, weil man sich ja nicht wirksam zur Wehr setzen kann. Das Thema Befristungen muss man aber an anderer Stelle anpacken, dazu startet verdi grade eine große Kampagne. Aber auch die Kolleginnen und Kollegen können wir besser schützen, wenn wir stärker werden. Als an den Flughäfen gestreikt wurde, waren zu diesem Zeitpunkt etwa 37% der Beschäftigten nur befristet eingestellt. Keiner hat danach seinen Job verloren. Durch die stark organisierte Belegschaft ist es sogar gelungen, im Tarifvertrag zu verankern, dass die Befristung nur noch 12 Monate betragen soll. Gleichzeitig muss bei jedem Auftragswechsel das nachfolgende Unternehmen allen bereits dort Beschäftigten ein Übernahmeangebot zu mindestens den gleichen Bedingungen machen. Für die Kolleginnen und Kollegen aus der Bewachung wäre das ein Traum. Aber das kriegt man nur durch hohe Organisation hin. Die Alternative wäre sonst, alles hinzunehmen wie bisher.

    • Dorel V sagt:

      Hallo,
      grundsätzlich gilt: Nur wenn sowohl das Unternehmen als auch der Arbeitnehmer Tarifgebunden sind… trifft den Arbeitgeber die Pflicht, die entsprechenden Löhne zu zahlen oder die tarifliche Arbeitszeit einzuhalten“,

      • Michael Steinwerder sagt:

        Hallo,

        ich arbeite zur Zeit bei einem Unternehmen, welches zwar Mitglied im BDSW ist, sich aber trotzdem nicht an den Tarifvertrag hält. Wir bekommen 9,70 € die Stunde ohne Zuschläge, da diese nicht allgemeinverbindlich sind. Also brauche ich nicht um 25% Nachtzulage zu kämpfen, wenn ich noch nicht einmal die 5% bekomme.

        Wichtig ist es, dass sich alle Sicherheitsunternehmen an den Tarif halten müssen. Die öffentliche Hand vergibt an den preisgünstigsten. Dies sind die, die nicht im BDSW sind, also zahlen sie auch keine Zuschläge.

        Ich finde, dies ist die wichtigste Baustelle. Das muss geklärt sein.

      • Longmike sagt:

        Hallo Herr Steinwerder,

        nach § 6 Abs. 5 Arbeitszeitgesetz hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren. Das gilt nur soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen.

        Vielleicht mal nicht alles hinnehmen und den Mund aufmachen.