Was in Bayern passiert, geht uns alle an!

7. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Leitartikel

Mit aller Macht versuchen die Arbeitgeber in Bayern höhere Löhne für die Sicherheitsbeschäftigten zu verhindern. Frei nach dem Motto:“ Teile und herrsche!“ wollen die Arbeitgeber die Sicherheitsbranche immer weiter aufteilen und in einzelne Spartentarifverträge packen.

Wenn es etwas gibt, was die Sicherheitsbranche auszeichnet, dann ist das Lohndumping. Doch der Unmut bei den Beschäftigten wächst immer mehr. Zuerst waren es die Kolleginnen und Kollegen aus dem Geld- und Wertbereich, die sich organisierten und gemeinsam sehr erfolgreich für höhere Löhne kämpften.

Die Solidarität unter den Beschäftigten soll gebrochen werden!

In der Folge gründeten die Arbeitgeber einen neuen Verband und spalteten den Geld- und Wertbereich von der übrigen Branche ab, um so ein „überschwappen“ der Kampfbereitschaft auf andere Bereiche der Branche zu verhindern. Außerdem sahen sie die Gefahr, dass die stark organisierten Geld- und Wertleute für ihre überall verstreuten und somit schlechter organisierten Kolleginnen und Kollegen mit streiken.

Was die Arbeitgeber aber dennoch nicht verhindern konnten ist, dass sich auch an den Flughäfen die Wut über miese Bezahlung und katastrophale Arbeitsbedingungen breit machte. Hier kam es 2013 zu harten Arbeitskämpfen in Hamburg und NRW, die zu ordentlichen Lohnsteigerungen führten.

Und auch die Sicherheitsbeschäftigten an den Verkehrsflughäfen erklärten, dass sie bereit sind, für die Löhne der Kolleginnen und Kollegen aus dem §34a Bereich mitkämpfen. Eine Katastrophe für die Arbeitgeber.

Strich durch die Rechnung

Die Arbeitgeber versuchten daraufhin wie bereits zuvor, die Bereiche zu spalten und forderten einen eigenen bundesweiten Lohntarifvertrag der ausschließlich für die Sicherheitsbeschäftigten an den Verkehrsflughäfen gelten sollte. Doch deren Tarifkommission spuckte den Arbeitgebern mal kräftig in die Suppe und fasste einen einstimmigen Beschluss, kein Bundesentgelt mit den Arbeitgebern zu verhandeln!

Denn eines ist klar und die Erfahrung haben leider schon die §34a Kolleginnen und Kollegen in Sachsen und Thüringen gemacht: Die Arbeitgeber möchten die Wach- und Sicherheitsbranche auseinandernehmen um dann mit der Scheingewerkschaft GÖD arbeitgeberfreundliche Tarifverträge auszuhandeln. Die unterste Lohngruppe soll an den gesetzlichen Mindestlohn gekoppelt bleiben, während Sonn- und Feiertagszuschläge abgeschafft werden.

Teile und herrsche

Gleichzeitig wollen die Arbeitgeber für die Flughäfen den Deutschen Beamtenbund mit an den Verhandlungstisch holen. Jeder Weg, die Beschäftigten zu spalten, ist den Arbeitgebern dienlich.

In NRW erklärte deshalb die Tarifkommission ebenfalls einstimmig, sich auch in Zukunft nicht spalten zu lassen. Wir sind solidarisch und werden die §34a Kolleginnen und Kollegen nicht den Wölfen zum Fraß vorwerfen.

Tarifverhandlungen in mehreren Bundesländern

In diesen Wochen finden in mehreren Bundesländern wieder Lohntarifverhandlungen statt. So auch in Bayern.

Und hier zeigt sich gerade, dass die Arbeitgeber mit aller Macht die Beschäftigten klein halten wollen. Obwohl im Geltungsbereich festgeschrieben steht, für wen dieser Tarifvertrag gilt, weigern sich die Arbeitgeber, für einige bestimmte Lohngruppen zu verhandeln. Einseitig versuchen sie so, den Geltungsbereich zu verändern. Doch die Kolleginnen und Kollegen lassen sich das nicht so einfach bieten. In Bayern eröffneten sie die Tarifrunde mit einer Demo und zeigten den Arbeitgebern so, was sie von deren Politik halten.

Ihr findet hier die Pressemitteilung aus Bayern!

Ein Hoch auf die Bayern

Die Kolleginnen und Kollegen aus Bayern lassen sich das nicht gefallen und zeigen eine klare Haltung. Und das verdient Respekt!

In Nordrhein Westfalen erklärte jetzt die Tarifkommission des Wach- und Sicherheitsgewerbes ihre außerordentliche Solidarität mit den bayrischen Sicherheitsbeschäftigten.

Lasst Euch nicht spalten! Schluss mit den Dumpinglöhnen! Raus aus dem Niedriglohn!

Solidarische Grüße aus NRW!

Was in Bayern passiert, geht uns alle an!

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Die Tarifinfo als Flugblatt gibt es hier <–

 

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