Luftsicherheit

8. Juli 2015 | Von | Kategorie: Aktuelles, Aviation, Leitartikel
Kötter in der Pflicht

Nach dem Wirbel um Kötters verfehlte Personalpolitik und der damit verbundenen Überlastung des eingesetzten Personals, scheint nun etwas zu geschehen.
Offensichtlich hat sich Kötter mit den beiden Aufträgen der Luftsicherheitskontrolle an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn übernommen. Die Leidtragenden sind die Beschäftigten, die Belastung ist immens, der Krankenstand schnellt in die Höhe.
Auch der Versuch, diesen Missstand dadurch zu vertuschen, dass einige Mitarbeiter durch ein fragwürdiges Prämiensystem an ihren einsatzfreien Tagen zum Dienst gelockt werden sollten, schlug fehl.
Am 1. Juli lud der Präsident des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, Dieter Romann, sämtliche Akteure rund um das Thema Luftsicherheit zu einem Spitzengespräch nach Berlin ein. Teilnehmer waren Vertreter der Bundespolizei, des BDL, der Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn, der Fluggesellschaften, Kötter und ver.di.

Mit dabei waren Andrea Becker und Özay Tarim, als Vertreter für ver.di NRW, aber auch die beiden beteiligten Betriebsräte der Standorte Düsseldorf und Köln/Bonn hatten die Möglichkeit, einen Vertreter zu entsenden und die Situation zu erläutern. Für den Düsseldorfer Betriebsrat nahm Steffen Demuth teil, der Kölner Betriebsrat war leider verhindert.

Wir haben unsere Position, genau wie auch schon gegenüber der Öffentlichkeit, unmissverständlich klargemacht und fordern dringend eine Beendigung dieser mangelhaften Personalplanung um endlich die Kolleginnen und Kollegen zu entlasten. Kötter ist in der Verantwortung.
Wir werden das genau beobachten und weiter tätig bleiben.

Aber es gibt noch mehr Neuigkeiten:

Immer wieder berichtet die Presse über angebliche Sicherheitslücken im Bereich der Sicherheitskontrollen (§§ 5, 8 und 9). Über die Qualität der durchgeführten Tests, kann man sich streiten. Aber immer wird mit dem Finger auf unsere Leute gezeigt. Und als Ursache wird schnell mangelnde Qualifikation herangezogen. Nie ein Wort über die tatsächliche Situation der Beschäftigten. Doch nun hat der WDR mal genauer hingesehen und festgestellt, wo die wirklichen Sicherheitslücken sind und wer dort tatsächlich die Verantwortung trägt.
Wirklich sehenswert, vor allem, wenn man bedenkt, dass unsere Kolleginnen und Kollegen eine Abmahnung oder sogar die Kündigung riskieren, wenn es um eine 125 ml Zahnpasta geht.

WDR Beitrag

6013 von 6015 haben die Rezertifizierung bestanden

Und wenn wir grade beim Thema Qualifikation sind: In der Öffentlichkeit ist bisher kaum bekannt, dass Sicherheitsbeschäftigte an Verkehrsflughäfen seit der Einführung 2012 alle 3 Jahre eine Prüfung bestehen müssen, die sogenannte Rezertifizierung. Auf eine Anfrage der Partei Die Linke erklärte die Bundesregierung, dass von den bereits über 6000 Rezertifizierungen ganze 2 (!) nicht bestanden wurden.
Hier nachzulesen:

Antwort Bunderegierung

 

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4 Kommentare auf "Luftsicherheit"

  1. Bernd sagt:

    Hallo Leute,

    nachdem ich mir den Artikel durchgelesen habe muss ich dem Thomas Hpunkt recht geben.
    Ich muss staunen: An einem Mittwoch und 11 Betriebsräte haben keine Zeit … weiter fehlen mir die Worte!

    Gruß

    Bernd

  2. Hallo Verdianer,

    als allererstes Danke für den sehr guten Artikel, und vor allem für die Informationen, die wir so nicht kannten

    Aber was lese ich da? Unser BR verhindert? War der 01.07.2015 nicht ein Mittwoch , also Sitzungstag? Waren alle verhindert´bei so einem wichtigen Treffen wo es auch um uns Köln Köttermitarbeiter ging?

    Hammer……

  3. Viktor hartwich sagt:

    Servus zusammen.

    Mal wieder gibt es Menschen die sich nicht scheuen die Wahrheit auszusprechen und die Sicherheitsmängel beim Namen zu nennen.
    Auch wenn die Behörden Flughäfen und sonst noch wer (Vlt sogar eigene Mitarbeiter die gut bezahlt werden) das alles leugnen was der WDR ans Licht gebracht hat bleibt es die Wahrheit.
    Ich arbeite auch in diesen Bereichen und weiß nur zu gut was da so abgeht.

    Zu dem Mangel an Personal an den Kontrollen ist ja mittlerweile „Tagesgeschäft“. Das gehört ejnfach dazu… Ich bin nicht ganz ein Mensch ohne Hoffnung aber hier sehe ich wirklich kein einzigen Hoffnungsschimmer von Richtung AG Kötter. Es ist ja schon traurig wie er seine fleißigen Mitarbeiter behandelt.
    Geld für was man hart gearbeitet muss man sich gerichtlich einklagen. Wo gibt es das auf dem Arbeitsmarkt???

    Selbst Leihfirmen sind da genauer. Klar sie Zahlen keine 15,35 oder gar 16,00€ sondern etwas weniger.
    Wenn Kötter keine Kohle hat dann geht doch wieder Fenster putzen und überlässt solche „komplizierte“ Bereiche anderen kompetenten Firmen.

    Ach wie gut war da die FIS.

    Ok dazu reicht es.
    Nun der Bericht von WDR.
    Alle Achtung. Das war schon mal Zeit.
    Respekt vor allen Beteiligten besonders die Mitarbeiter.
    Das sind keine Kinofilme das ist tickende Realität. Das ist doch eine Frage der Zeit bis da im Karton mal was gefährlicheres drin liegt und nicht nur plumpes Zeug.

    Einmal vielen Dank an WDR. Ihr habt das endlich mal auf den Punkt gebracht was an deutschen Flughäfen angeht.

    Danke auch an Verdi! Wir sind euch nicht egal und das ist ein Zeichen einer guten Gewerkschaft.

    Achja… Ist mir fast entfallen.

    Andreas, großer lob auch an dich persönlich für Deine immer wieder gern gelesene Artikel.

    LG
    Viktor.

    Sorry für den langen Text
    Aber das musste jetzt mal raus.