Kötter-Skandal zieht weite Kreise

6. April 2017 | Von | Kategorie: Aviation, Leitartikel
Landes-Verkehrsministerium wird Strafanzeige gegen Verantwortliche der Sicherheitsfirma Kötter stellen.

Vor einigen Tagen geriet wieder einmal das Sicherheitsunternehmen Kötter mit fragwürdigen Praktiken in die Medien. Am Flughafen soll Kötter falsche Schulungsnachweise ausgestellt haben. So soll ein Großteil der eingesetzten Sicherheitsbeschäftigten in Wirklichkeit nicht oder nicht in ausreichendem Maße die gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen, bzw. Fortbildungen erhalten haben. Unterschreiben, dass sie erfolgreich teilgenommen hätten, mussten sie aber. Mal um das nochmal klarzustellen: Wir reden über nichts geringeres als die Sicherheit an den Verkehrsflughäfen!

Die Medien berichteten ausführlich, so auch hier:

Oder auch in der Rheinischen Post

Behörden reagieren und sichern Aussagen und Beweise

Doch die Behörden reagierten diesmal sofort und kontrollierten vor Ort. Mitarbeiter wurden befragt und Unterlagen gesichtet. Dabei bestätigten sich offensichtlich die Vorwürfe.

Inzwischen ist klar, dass es sich nicht nur um Behauptungen handelt, denn wie jetzt bekannt wurde, wird das Landesverkehrsministerium Strafanzeige gegen die Verantwortlichen stellen.

Immer mehr Details kommen ans Licht

Inzwischen melden sich immer mehr Beschäftigte und erheben Vorwürfe. So auch, wie man einen Vorgesetzten bestechen muss, um einen unbefristeten Arbeitsvertrag zu bekommen oder um Urlaub genehmigt zu bekommen.

Hierzu liegen uns ebenfalls bereits Aussagen von Beschäftigten vor!

Wir berichten weiter…

 

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20 Kommentare auf "Kötter-Skandal zieht weite Kreise"

  1. Carsten sagt:

    Ich finde diese ganze Diskussion hier mehr als befremdlich. Klar mit Sicherheit wurden hier Fehler gemacht und diese müssen auch unbedingt aufgeklärt und geahndet werden. Aber eine Frage stelle ich mir dann doch… Welche Schuld tragen denn wir als Mitarbeiter ? Ich arbeite nun seit mehr als 20 Jahren in der Bewachung, davon in verschiedenen großen Unternehmen u.a bei Securitas und auch bei Kötter. Die Erfahrung die ich mit Kollegen immer und immer wieder mache, ist das sie sich immer alles Gefallen lassen. Hat im Vorfeld dieser ganzen Arie jemals jemand seinen Vorgesetzten über die Ungereimtheiten und Vorwürfe informiert, oder den Vorgesetzten darüber oder gar die Unternehmensführung ? Wahrscheinlich nicht. Aber im Nachgang melden sich jetzt alle und meckern und treten mit drauf. Warum werden Verfehlungen möglicherweise einer einzelnen Person einem ganzen Unternehmen angelastet ? Und das ist jetzt nicht nur im Fall Kötter so… das gab es schon zigfach in allen möglichen Unternehmen. Wenn im Vorfeld mal jemand direkt was sagen würde, an den richtigen Stellen, dann könnte man evtl. auch mal was ändern. Aber so ? Immer alles mitmachen und dann nachtreten ist schon ziemlich arm….

    • Andreas Rech sagt:

      Du gehts von der Annahme aus, dass die Probleme im Vorfeld nicht angesprochen wurden. Das ist falsch! Seit Jahren bemängeln wir die Zustände und den Umgang mit den Beschäftigten. Das betrifft sowohl die Beschäftigten nach §8, aber auch nach §5 und 9. Und wenn ich schreibe, seit Jahren, dann meine ich das auch ganz genau so. Und zwar wöchentlich. Immer wieder wurden die Probleme nicht nur innerbetrieblich thematisiert, sondern auch zu den Behörden getragen. Mir ist kein Unternehmen bekannt, mit dem wir auch nur annähernd so oft im Rechtsstreit vor Gericht liegen, wie dieses. Nun haben wir an den Flughäfen aber auch viele selbstbewusste Beschäftigte, die eben nicht mehr alles hinnehmen. Frag mal die Betriebsräte, an wievielen Baustellen die arbeiten. Auf jeder Betriebsversammlung wurden die Probleme angesprochen. Dabei wechselte Kötter öfter schonmal Betriebs/Niederlassungsleiter aus, wenn der Druck seitens der Medien oder Behörden zu groß wurde. Geändert hatte sich aber nie etwas. Nun trifft es den Kopf dahinter, nämlich den Geschäftsführenden Direktor. Meiner Meinung nach, die ich aber nicht beweisen kann, ist das aber diesmal auch nur passiert, weil die Aufsichtsbehörden diesmal endlich den Kaffee auf hatten und es zur Vertragskündigung kam.

  2. kein Köter sagt:

    „Wachstumsorientiert“ = Profitmaximierung ….. meine jetzige Firma pusht ihr Konto indem sie jeden Monat ausgebildete Praktikanten für 2 Wochen einsetzt um sie dann wieder los zu werden.

    Meine alte Firma war ein städtisch-geführtes Unternhemen … wo der Geschäftsführer zufällig noch Beamter ist und der Bruder Vorstandsvorsitzender … alle sind se Lügenbarone

    Hab ehrlich gesagt auch keine Lust mehr auf Sicherheitsdienst, da es zu wenig Kontrollen und zu viele Möglichkeiten für Firmen gibt Gesetze zu umgehen wie im Fall Kötter … es fehlen DienstleistungsBEHÖRDEN … die den Bereich der Dienstleistung … SMA/Krankenschwestern/etc. auch wirklich abdecken und stätig kontrollieren… ein kleiner Erfolg für die ver.di
    Ich fühl mich wie eine Nutte die ihren Zuhälter wechselt – was im Grunde Menschenunwürdig ist!!

    • Max Musterman sagt:

      Hallo kein köter,

      Ich habe ein Praktikum in der Länge von 4 Wochen bei Kötter gemacht und wurde nach dem Praktikum eingestellt. Meine Freunde haben mich alle vor Kötter gewarnt doch der Einsatzleiter schien mir sehr vertrauenswürdig. Mir wurde gesagt das Kötter normalerweise kein Praktikum anbietet, aber das die in meinem Fall eine Ausnahme machen. Mir wurde erklärt das ein Praktikant nur zuschauen soll und kein Fahrzeug bedienen darf. Ich habe nach 2 Wochen Einweisung auf Wunsch eines sehr unsympathischen Einsatzleiters als Praktikant alleine gearbeitet und auch Fahrzeuge bedient obwohl ich es nicht durfte. Mir wurde gesagt das ich definitiv eingestellt werde und das man stolz auf mich wäre. Das hat mich motiviert bei Kötter zu bleiben. Am ersten Tag als vollständiger Mitarbeiter wurde ich gemobbt und von jeder Seite blöd angemacht, ich war ein Dorn im Auge der anderen Mitarbeiter weil ich Ihnen die Stunden weg nahm. Viele Mitarbeiter waren krank und einige waren im Urlaub. Da wurde mir klar das ich nur ein Lückenfüller bin, bis die Festangestellten zurück sind. Ich habe im Praktikum die Tour gelernt für die es ein Mangel an Arbeitskräften gab. Als die Mitarbeiter zurück waren musste ich dann tatsächlich eine neue Tour lernen und als dann auch die Mitarbeiter von dieser Tour zurück waren wurde ich gekündigt. Man forderte mich auf selber zu kündigen und versuchte mir dies schön zu reden. Ich hatte den Arbeitsvertrag gelesen und wusste das, wenn ich kündige, dass ich alle Einweisungsstunden zurück zahlen muss. Als ich nicht kündigen wollte wurden die Vorgesetzten sehr zornig und ich wurde von Kötter gekündigt. Meine Erfahrungen bei Kötter haben mir gezeigt, dass dieses Unternehmen seine Strukturen komplett umbauen muss. Alle Mitarbeiter waren unzufrieden, Dienstkleidung musste man hinterher rennen, dem Gehalt musste man hinterher rennen. Dienstpläne waren eine Schande und wurden von ausgewählten Mitarbeitern geschrieben die sich gegenseitig bevorzugten. Die Mitarbeiter haben nicht vernünftig gearbeitet und waren immer schlecht gelaunt. Der Betriebsleiter wurde 2 mal gewechselt in meiner Zeit bei Kötter, die Einsatzleiter sogar 5 mal. Sorry, dass musste ich jetzt los werden. Grüße

  3. Ayman sagt:

    Habe aushilfsweise in 2013 bei Kötter gearbeitet. Musste 6 Wochen auf mein Geld warten. Von meinen damaligen Kollegen, waren von 15 Männern, 6 wegen Körperverletzung und mehr vorbestraft.
    Habe mich immer gefragt, wie die trotzdem in diesem Gewerbe arbeiten können. Jetzt ist mir alles klar.
    Hoffentlich räumt die Staatsanwaltschaft bei dieser Firma auf.

  4. Brian sagt:

    Da ich auch zu den ehemaligen gehöre die bei dieser Firma tätig war (Standort Hamburg) muss ich sagen das es leider gravierende Mängel bei den dienstplänen und auch gewisse Führungskräfte gibt was sich auch gegenüber den Sicherheitspersonal negativ ankommt (6 Monate ohne ein Wochenende frei ist da das mindeste andere haben 2 Jahre ohne ein Wochenende frei „Durchgearbeitet“ unmenschliche Dienst Übergänge zb von Nacht auf früh kein Betriebsrat schmeißen gute Mitarbeiter wegen Kleinigkeiten raus ) sind nur die Spitze des eisberges…. ständig muss man seinem Gehalt hinterherlaufen oder man wird als Mitarbeiter nicht für ernst genommen…. Leere Versprechen sind an der Tagesordnung einige Kollegen scheißen sich gegenseitig an was schon an Mobbing grenzt und von den Vorgesetzten wird nichts unternommen ehr im Gegenteil es wird dann weiter nach Fehlern gesucht
    Mein Fazit nach 1.5 Jahren ehr schlecht als recht hohe durchfalls rate bei den Akademien Beschwerde von der Arbeitsagentur sind keine Seltenheit

    Zum Schluss die Firma kötter ist nur nach Profit aus alles andere interessiert denen nicht….

  5. Doozer sagt:

    Vielleicht sollte auch mal die Frage gestellt werden, Warum der Bezriebsratvorsitzende, der gleichzeitig stellvertretender Betriebsleiter ist und auch noch die Dienstpläne schreibt das Spiel mitspielt… Na gut..die Frage beantwortet sich von selbst oO
    Und noch viel interessanter..wohin geht das viele Geld, des jeden Monat vielen Angestellten auf ihrer Lohnabrechnung fehlt?!?! Vielleicht sollte mal jemand die Dienstpläne mit den „offiziellen“ timesheets vergleichen, dann würden evtl. Ungereimtheiten auffallen…

    • Thomas Diekmann sagt:

      Hallo Doozer, Danke für Deinen Kommentar. Ich benutze sogar meinen richtigen Namen. Leider muss ich Dich enttäuschen, ich bin kein stellv Betriebsleiter. Ja es stimmt ich mache die Dienstpläne und ich glaube im Interesse meiner MA.
      Bin seit 8 Jahren Vorsitzender und habe u.a zusammen mit Verdi dafür gesorgt das ihr heute nicht mehr 6.72 Euro verdient, sondern aktuell 14.40 Euro und ab 1.1 15.00 Euro.

      Soviel nur zur Klarstellung Mister unbekannt

      • Doozer sagt:

        Vielleicht nicht offiziell, aber JEDER Mitarbeiter weiß, wer die rechte Hand vom Betriebsleiter ist! Lohn Erhöhung gut und schön, aber was ist mit falschen Lohnabrechnung? Wo geht das viele Geld hin? Ist der Dienstplaner nicht auch dafür zuständig die Mitarbeiter zur Schulung einzuteilen? Vielleicht melden sich noch weitere Mitarbeiter, die einiges zum Thema Betriebsrat sagen können..z.b., dass dieser größtenteils aus „Führungskräften“ besteht, Dienstplanernst und Objektleitern…schönen Gruß nach Malle, scheint zur Zeit wichtiger zu sein als die Klärung der derzeitigen Situation..(während viele Mitarbeiter übrigens darauf warten, dass ihr Sommerurlaub endlich genehmigt wird, der teilweise vor Monaten schon eingereicht Wurde!!)

      • Thomas Diekmann sagt:

        Sorry kann nur mit dem Kopf schütteln. Deshalb “ arbeitet“ deine rechte Hand auch so oft auf Strecke. Für die Lohnabrechnung ist die Lohnbuchhaltung zuständig nicht der Dienstplaner. Betreue viele MA bei offenen Lohnansprüchen als BR. Schreibe Ihnen sogar die Geltendmachungen obwohl das Individualrecht ist. Schulungen kann ein Dienstplaner nur.nach Vorgaben planen. Aber lassen wir das spreche seit vielen Tagen mit vielen MA von uns und die sind mit der Dienstplanung zufrieden anders als bei Mitbewerbern. Stelle mir langsam die Frage warum ich soviel unbezahlte Freizeit für Eure Tarifverträge opfere. Das scheint nach Deiner Aussage ja nicht so wichtig zu sein

      • Thomas Diekmann sagt:

        Ach abschliesend einen Satz bin weder in Malle noch sonst wo sondern bis vor 10 Min am Flughafen Köln Bonn

      • Andreas Rech sagt:

        Hallo Doozer, hallo Thomas,
        ich freue mich immer, wenn unsere Artikel gelesen, kommentiert und lebhaft diskutiert werden. Dafür ein Dankeschön für eure Beteiligung hier. Aber ich bekomme den Eindruck, dass es hier nicht mehr so ganz um die Sache geht und bevor ihr beide euch hier streitet, möchte ich euch bitten, das hier nicht fortzuführen. Wenn es Redebedarf gibt, lässt sich das sicher einrichten. Wenn ein unparteiischer Dritter als „Moderator“ gebraucht wird, kriegen wir auch das hin. Aber hier bitte jetzt wieder direkt zur Sache, ok?

      • dirk sagt:

        👍🏼

      • El gordo sagt:

        Ich hoffe das auch endlich mal die restlichen Firmenbereiche überprüft werden. Zum Thema Zertifikate würde man dort auch fündig werden, ich weis es genau, habe lange genug bei dieser Firma intern gearbeitet. Zum Thema Löhne würde man auch fündig werden, wenn man sich mal die Mühe machen würde und die Stellenbeschreibung mit den tatsächlichen Tätigkeiten abgleichen würde, und dies dann mal mit der Lohntariftabelle vergleicht. Übliche Praxis in dieser Firma ist es oftmals die Tätigkeiten runter zu rechnen, wenn Kunden nicht auf tarifgerechte Bezahlung bestehen gibt es halt nur Grundlohn. Sie die auftragsverluste bei der Firma Sie….. und Cur….. Bay?…. Die Fahrlässigkeit mit der das Fahrpersonal bei GuW und im Revierdienst eingesetzt wird darüber will ich erst gar nicht reden, hinter dem ganzen Betrug steht System, ich hoffe es macht dich mal einer die Mühe und guckt genauer hin.

  6. Ömer sagt:

    Urkundefälschung! Ich sagte noch gegen Kollegen arbeite blos nicht für Kötter ins bysonders am Flüghaven. Und heute las ich dies. Haha. ich würde niemals bei Kötter arbeiten. Skandalen genug. Viel Korruption.Unfassbar!

  7. Rolli sagt:

    Wenn das mal nicht nur die Spitze des Eisbergs ist….

  8. Longmike sagt:

    Passiert eh nix, kommt der böse Finger, einmal du du du und sonst nix.

    Meine Ansicht: Kötter den Auftrag entziehen, Schadenersatz fordern, alle anderen Flughäfen ebenfalls überprüfen.

    Das nennt sich Sicherheitsunternehmen, das ist ne Lachnummer hoch 10. Ich würde fast sagen, eine schwerwiegende Straftat, also Laden dicht. Die Arbeitnehmer mit den Verträgen kommen auch in anderen Unternehmen unter.

    • Rolli sagt:

      Ich glaube, vom Luftfahrtbundesamt wird es da bestimmt mehr als ein Du, Du geben… DIE verstehen nämlich keinen Spass.

      • Doozer sagt:

        Das LBA ist für den Bereich nicht zuständig, aber wir wollen hoffen das die Bezirksregierung Konsequenzen zieht und die Staatsanwaltschaft ebenfalls reagiert! Es ist an der Zeit das Mafiaregime zu stürzen und zur Verantwortung zu ziehen!

  9. Jörg sagt:

    Man muß sich wahrlich schämen in der Sicherheitsbranche zu arbeiten!

    Welch ein Name, welch eine Größe und solche Praktiken (was mich aber wahrlich nicht wundert).

    Hier sieht man wieder, überall stecken „faule Eier“ hinter der ansonsten glänzenden Fassade, welche nach außen gezeigt wird.

    Hier muß man scharf vorgehen! Ein Entzug der Gewerbeausübungserlaubnis für bstimmte Bereiche wäre sinnvoll! Auch zur Mahnung der anderen Firmen, welche auch nicht immer auf Ihre Mitarbeiter schauen, sondern eher auf die Profitoptimierung…!