Arbeitgeber drohen mit Streik!

27. November 2014 | Von | Kategorie: Aktuelles, Leitartikel, Tarifrunde

Ganz nach den Motto: „Hauptsache laut!“ schießt sich der Arbeitgeberverband der Wach- und Sicherheitsbranche BDSW auch gerne mal ins eigene Knie.
Anders kann man die jüngsten Meldungen aus dem Arbeitgeberlager nicht deuten, denn obwohl in NRW grade ein einziges Mal die Tarifkommissionen der Arbeitgeber und der Gewerkschaft zusammen gesessen haben, sprechen die Arbeitgeber von einem kritischen Punkt und möglichen Streiks im Januar.
Bisher wurden in NRW lediglich die Forderungen der Gewerkschaft überreicht, worauf die Arbeitgeber ihr Angebot vorlegten. Das zu Beginn einer Lohnrunde die Vorstellungen da weit auseinander liegen, liegt dabei in der Natur der Sache.
Erstaunlich ist, dass es grade einmal ein paar Wochen her ist, wo sich sämtliche Größen der Branche auf der Weltleitmesse Security in Essen mit ihren durchaus ansehnlichen Wachstumsraten präsentierten. Doch wenn es nun darum geht, dass die ca. 34.000 Beschäftigten allein in NRW eine anständige Bezahlung fordern, nagen auf einmal alle am Hungertuch und die Branche steht insgesamt kurz vor dem Bankrott.

Aber auch das gehört sicher zum Eröffnungsgeplänkel einer Lohnrunde.

Nun, die Arbeitgeber haben immerhin ganze 27 Cent/Stunde Lohnerhöhung angeboten. Gleichzeitig wurde angeboten, auf die geplante Absenkung der monatlichen Einsatzstunden von 240 auf 232 zu verzichten, damit die Beschäftigten ihr Portemonnaie einfach durch noch mehr Arbeit aufbessern können. Also die 55 Stunden Woche als Konzept gegen Altersarmut.

Altersarmut ist ein Thema in dieser Branche. Schon jetzt sind viele Beschäftigte trotz Vollzeitbeschäftigung gezwungen, Aufstockungsleistungen zu beantragen. Später wird die Rente natürlich entsprechend aussehen.

Der Steuerzahler wird das schon subventionieren, sagen sich die Arbeitgeber.
Von diesem Modell will man auch nicht abrücken in diesem Gewerbe. Dass die Beschäftigten ein Angebot von ganzen 27 Cent pro Stunde mehr als Provokation empfinden, wundert da niemanden.
Und genau darum geht es. Die Arbeitgeber haben zu Beginn erklärt, dass diese 27 Cent das Ultimo seien. Und genau deswegen soll es noch genau ein Treffen der Tarifkommissionen am 9. Dezember geben, danach wird laut Aussagen der Arbeitgeber nicht weiter verhandelt.

Nachdem der BDSW schon in der letzten Tarifrunde lautstark versuchte, die Gewerkschaft zu kriminalisieren, indem man Gewerkschaftler als Geiselnehmer bezeichnete, versuchen die Arbeitgeber nun mit aller Macht Streiks zu provozieren. Damit versuchen sie natürlich sich die Stimmung in der Öffentlichkeit zu Nutze zu machen, denn grade erst ist der Konflikt zwischen GDL, EVG und Bahn in der Öffentlichkeit ausgiebig diskutiert worden.
Die Öffentlichkeit zu instrumentalisieren, dabei ohne mit der Wimper zu zucken die Gewerkschaft am Verhandlungstisch sogar zu Streiks aufzufordern und sich dann der Öffentlichkeit als Saubermann zu präsentieren, scheint dabei die Verhandlungsstrategie des BDSW zu sein.
Den vielen Kolleginnen und Kollegen, die sich inzwischen immer mehr hilfesuchend an die Gewerkschaft wenden, ist damit aber nicht geholfen.

Was dagegen hilft, sind viele Kunden, die inzwischen bereit sind, mehr für Sicherheitsdienstleistungen zu bezahlen. Oft werden vom Kunden Zuschläge gezahlt, damit die Beschäftigten ein vernünftiges Auskommen haben. Geiz ist nicht mehr geil!
Das Geschäftsmodell „Ausbeutung“ gerät ins Wanken, die Gutsherren zittern. Und das ist gut so.

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7 Kommentare auf "Arbeitgeber drohen mit Streik!"

  1. Margarete Schuffeler sagt:

    Ach, ist es nicht niedlich, ganze 3% ! Ist dem BDSW bekannt dass bei einer Inflationsrate von rund 1 %, das ganze nicht viel ist ?. Wer von uns eine Familie zu ernähren hat der kennt den täglichen „Überlebenskampf“…..da reichen 3 % bei weitem nicht aus, von Rücklagen für noch schlechtere Zeiten will ich gar nicht reden, das ist nicht möglich, wir fahren auf „Verschleiß“ und das ist ungesund für das Berufliche und Persönliche Klima !
    Also liebe Kollegen, packen wir es an…….ich bin dabei !
    STREIK 2014 / 22015 …….BDSW wir kommen !

    Frohe Weihnachten aus CGN

  2. bernd münsterland sagt:

    streik wäre doch mal eine maßname. gerade jetzt in der vorweihnachtszeit . keine verkehrslenkung in und vor den überfüllten parkhäusern ,keine nächtliche bestreifung der weihnachtsmärkte ,keine doormans,keine parkplatzwächter,kein veranstaltungsschutz.keine citystreifen,keine alarmverfolgung..kein geld und wert transport.und schon mal gar keine unbezahlten zusatzleistungen wie winterdienst ,postverteilung ect.pp

  3. Viktor H sagt:

    Na da scheint doch der BDWS ins Fettnäpfchen getreten zu sein.
    Was glaubt er eigentlich mit wem er sich da anlegt?
    Wir, arme Schlucker, werden für die Sicherheit gebraucht und die machen sich die Taschen voll????
    Von diesem GROßEN Kuchen haben wir den höchsten Anspruch, DENN WIR hat´lten unseren Kopf täglich hin, nicht die Bürosesselmänchen.

    ALSO Andreas, weiter machen und zeigt denen klar auf, dass es sich gerne wiederholen kann was die leider schon vergessen haben.

    Besten Gruß aus CGN §5
    VL
    Viktor H

  4. Michael Schultze sagt:

    hallo zusammen, es ist immer wieder das selbe die großen der Branche machen dickes fettes Plus und diejenigen(MITARBEITER) die an der Front sind schauen am ende wieder einmal in die Röhre.
    Aber es hat auch gezeigt das Mitarbeiter in dieser Branche Streiken können um für ihren tagtäglichen Einsatz auch belohnt zu werden.Dies muss aber in allen Bereichen der Sicherheit mal passieren damit die Arbeitgeber sehen wer hier die Umsätze eines jeden Betriebes produziert das sind nämlich die MITARBEITER. Es gibt einen Leitsatz der lautet: Das Kapital einer jeden Firma sind seine Mitarbeiter, dies sollten sich die Herrn der jeweiligen Firmen hoch über ihren Schreibtischen hängen.

    Mit Kollegialen Grüßen

    Michael aus Köln

  5. sascha sagt:

    Hallo Andreas

    Sehr informativ da sieht man mal wie die Arbeitgeber gestrickt sind ,auf der einen seite wollen sie als sauberman da stehen und auf der anderen Seite wollen sie Qualität zum minilohn .nun Qualität gibts nun mal nicht zum minilohn,27cent bzw 44cent sind mehr als eine frechheit das als Angebot darzustellen und zum guten Schluss sollen die menschen noch mehr arbeiten damit sie ihr geld Börse ausfüllen können mit 0,27cent mehr pro stunde brutto . Bin mal gespannt was am 9 Dezember rum kommt . Nochmals vielen dank Andreas für deine info und deine Arbeit .

  6. Martin sagt:

    Der Fluch der guten Tat!

    Die verdi-Tarifkommission in Ba-Wü musste die Erfahrung machen dass, Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und Entgegenkommen, bei der Arbeitgeberseite (BDSW) nicht zwingend die gleichen Verhaltensmuster hervorrruft.
    Trotz eines mehr als großzügigem Angebot meinten die Arbeitgeber hier noch Rosinen picken zu müssen.
    Sollte die bevorstehende Verhandlungsrunde 3 nun auch zu einem Spiel im Schatten avancieren so ist dies eine klare und deutliche Kampfansage in ALLEN Bereichen.

    Mit solidarischen Grüßen an alle Kollegen

    Martin aus Ilvesheim

  7. Ivo Messerschmidt sagt:

    Hallo Andreas, sehr informativer Artikel der die immer wiederkehrende Problematik der Tarifverhandlungen im Bereich der Sicherheit darstellt. Also Daumen hoch und danke für die allgemeine Aufklärung.

    Ivo Messerschmidt
    Lusi und BR in Hamburg